Rechtsreferendare der AG II simulieren Gerichtsverhandlung

Multitasking ist gefordert

AG II

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Probieren geht über Studieren – getreu diesem Motto simulierten 16 Referendarinnen und Referendare der AG II, die am 1. April 2015 ihren juristischen Vorbereitungsdienst am LG Ulm angetreten haben, eine Gerichtsverhandlung. Zum Abschluss ihres Einführungslehrgangs Zivilrecht konnten die jungen Juristen dadurch ihre neu erlernten Theoriekenntnisse in die Praxis umsetzen.

Sie schlüpften in die Rollen von Richtern, Klägern, Beklagten, Anwälten, Zeugen, Dolmetschern und Zuschauern. Für alle eine neue, ungewohnte Erfahrung. „Besonders die Richterroben und die jeweiligen Plätze machen etwas aus“, waren sich die Referendarinnen und Referendare einig, die im Sitzungssaal 213 erstmals auf die echte Richterbank traten.

Für Jonathan Faller, der den Vorsitzenden Richter mimte, war die größte Herausforderung „aus einem Gewirr an Fakten und Informationen das Wichtige zusammenfassen, dies gleichzeitig zu diktieren und dabei Formalien und bestimmte Formulierungen einzuhalten.“

Knapp eine Stunde verhandelte, ermahnte und vermittelte er  – unterstützt von seiner Berichterstatterin Frauke Hartmann und der dritten Beisitzerin Angela Widmann – zwischen den streitenden Parteien. Diese machten es den Richtern nicht leicht. Sowohl die Vertreter des Klägers – Simon Redler und Oliver Kovatschevitsch – als auch die Vertreter des Beklagten – Jennifer Seeburger und Maximilian Kummer – beharrten auf ihren Rechtsauffassungen, nahmen die Zeugen in die Mangel und deckten Ungereimtheiten in der Schilderung des Sachverhalts der jeweiligen Gegenseite auf. Auf Hinwirken des Gerichts konnte am Ende jedoch ein unwiderruflicher Vergleich erreichet werden, sodass sich die beteiligten Richter bei ihrer Verhandlungspremiere kein „Urteil gefangen“ haben, wie anschließend scherzhaft resümiert wurde.

Auch der Ausbildungsleiter des LG Ulm, VRiLG Dr. Hermann Steinle, zog ein positives Fazit. Er zeigte sich erfreut über den Verlauf, das Engagement der Gruppe und den Spaß, den man den Beteiligten trotz der Anstrengung anmerkte. Er sieht seine Schützlinge damit bestens gewappnet für ihre nun beginnende Zivilrechtsstation und einen möglichen künftigen Berufsalltag.

Bericht: Anette Kölle, AG II, 2015

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